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Naive Vision oder belastbares Unternehmenskonzept?

Alle guten Ideen machen nur Sinn, wenn ein nachhaltiges Unternehmenskonzept hinterlegt werden kann. Für den Kauf der Immobilie und die Baukosten rechnen wir mit einer Investition von 1.200.000 - 1.300.000 Euro. Die Kosten für die Wiederbelebung des Gebäudes wurden in den letzten Monaten von den Architekten und Baufachleuten ermittelt. Nach der Sanierung des Gebäudes fallen für den Betrieb der Genussmanufaktur entsprechend Kosten an. Durch verschiedene Einnahmequellen wie z.B. Pachteinnahmen für den Dorf- und Genossenschaftsladen, Pachteinnahmen für Brauerei, Brennerei, Bäckerei und Bohnenrösterei, Mieteinnahmen Kunsthandwerker und Eintrittsgelder Genussmanufaktur werden Erträge erwirtschaftet.

Aus den erwirtschafteten Erträgen werden die laufenden Kosten beglichen, Rückstellungen gebildet und Steuern bezahlt. Der verbleibende Reingewinn kann an die Anteilseigner als jährliche Dividende ausgeschüttet werden. Die Initiatoren der Allgäuer Genussmanufaktur haben beim Vorgängerprojekt Leutkircher Bürgerbahnhof bewiesen, dass sie keine Luftschlösser bauen und kaufmännische Vorsicht walten lassen. Bevor es zu einer Genossenschaftsgründung kommt, wird das Unternehmenskonzept vom Genossenschaftsverband, vom Steuerberater und externen Beratern intensiv geprüft.

In rund 3.000 Meter Luftlinie von der Genussmanufaktur entfernt wird am 1. Oktober 2018 der Centerparcs Park Allgäu, mit jährlich prognostizierten 350.000 - 400.000 Gästen, eröffnet!

Die Idee zur Genussmanufaktur

Als Nachnutzung für das brachliegende Gebäude im Dorfzentrum von Leutkirch-Urlau favorisierten die Gebäudeeigentümer anfangs die Schaffung von günstigem Wohnraum. Da das Gebäude aber an einem Ortsbild prägenden Platz steht, haben sich ein paar aktive Bürger mit der Fragestellung „Was passt am Besten in das Gebäude der alten Brauerei und was erbringt einen Mehrwert für das Dorf und die Region?“ beschäftigt. Die Antwort war schnell gefunden: Bier, Branntwein, Brot. Bohnen, Bio- und Regionalprodukte, Bücher und begeisterte Kunsthandwerker.

Nutzungen im UG und im EG

Kleine Brauereien sind stark auf dem Vormarsch. Jung und Alt interessieren sich für die Kunst des Brauens. Aufgrund der Tatsache, dass nebenan auf dem Hochlandhof ein Brennrecht existiert, kam schnell der Gedanke auf, in Zukunft auch Obst von Streuobstwiesen zu Branntwein zu brennen. „Wir brauchen auch unser eigenes Brot“, hieß es bald. Schließlich gab es im Urlauer Dorfgasthof Hirsch früher eine Dorfbäckerei und in der Urlauer Kurzmühle wurde Mehl für Bäckereien gemahlen. Das Thema Nahrungsmittel war somit ein zentrales Thema bei der Ideenfindung. Verschiedene Lebensmittel selbst produzieren oder produzieren lassen, wäre eine spannende Idee, waren sich die Initiatoren der Genussmanufaktur schnell einig. Eigenes Bio-Ochsenfleisch aus Allmishofen, frischen Fisch aus Urlau, Lammfleisch aus dem Rückhaltebecken, Käse vom Boschenhof, Kartoffeln aus Herlazhofen und die frischen Eier aus Friesenhofen. Diese regional produzierten Nahrungsmittel brauchen eine Verkaufsstelle. In der „alten Brauerei“ ist Platz für einen kleinen Dorf- und Genossenschaftsladen.

Nutzungen im OG und im DG

Im Gebäude lagern aktuell rund 40.000 Bücher und Zeitschriften. Unser Ziel ist es, einen Teil dieser Bücher für die Zukunft zu erhalten. Der Erfolg der Urlauer Dorfweihnacht und der „Markt für Selbstgemachtes“ im Sommer haben gezeigt, dass das Thema Kunsthandwerker viele Besucher anzieht und fasziniert. Kunsthandwerker arbeiten oft alleine zu Hause im stillen Kämmerlein oder in der Garage. Als Vermarktungsplattform dienen diverse Kunsthandwerkermärkte und teilweise das Internet. In der „Alten Brauerei“ möchten wir Kunsthandwerkern eine Heimat bieten. Hier können sie vor den Augen der Gäste kreativ sein und gleichzeitig ihre Produkte einer breiten Käuferschicht anbieten. Im sogenannten „weißen Saal“ haben die Kunsthandwerker die Möglichkeit, Kurse anzubieten oder Vorträge zu halten.